Kultur
Unser Kinotipp am Donnerstag:
Verrückt nach Steve
EFM 28.04.2010
Mary Horowitz (Sandra Bullock) ist exzentrisch und schrill – und arbeitet als Kreuzworträtsel-Autorin bei einer Tageszeitung. Eine Arbeit, in der sie voll und ganz aufgeht.
Als ihre Eltern ihr ein Blind Date organisieren, ist sie zunächst skeptisch, verliebt sich dann aber Hals über Kopf in den coolen Kameramann Steve (Bradley Cooper), der noch beim ersten Treffen die Flucht vor ihr ergreift. Davon überzeugt ihren Seelenverwandten in ihm gefunden zu haben, folgt sie ihm auf Schritt und Tritt zu seinen Drehorten. Angestachelt wird sie dabei von dem selbstverliebten Nachrichtenreporter Hartman Hughes (Thomas Haden Church), der mit Steve zusammenarbeitet und diesem nur zu gern das Leben schwermacht...
„vincent will meer“
EFM 21.04.2010
Vincent (Florian David Fitz) haut ab! Raus aus der Klinik, in der er lernen sollte, mit seinem Tourette-Syndrom umzugehen. Er will nach Italien ans Meer – und dabei kommt er noch nicht mal bis zum Bäcker, sagt sein Vater.
In der Jackentasche hat Vincent eine Bonbondose mit der Asche seiner Mutter. Im geklauten Auto sitzen die magersüchtige Marie (Karoline Herfurth), die ihn zur Flucht überredet hat und sein zwangsneurotischer Zimmergenosse Alexander (Johannes Allmayer), der die Flucht verpetzen wollte. Vincents Trip nach Italien ist eine Katastrophe für seinen Vater (Heino Ferch): Der ehrgeizige Lokalpolitiker steckt gerade mitten im Wahlkampf und interessiert sich nur für seinen guten Ruf, während die Psychologin Frau Dr. Rose (Katharina Müller-Elmau) in ständiger Sorge um ihre unberechenbaren Schützlinge ist. Gemeinsam nehmen die beiden die Verfolgung auf.
Vincent, Marie und Alexander setzen alles daran, das Leben da draußen auf ihre Weise zu meistern – auch wenn sie sich dabei ständig auf die Nerven gehen. Am Ende der Reise ist zwar niemand geheilt, aber alles anders...
COP OUT – Geladen und Entsichert
EFM 15.04.2010
Die Detectives Jimmy (Bruce Willis) und Paul (Tracy Morgan) halten seit vielen Jahren die New Yorker Straßen von großen und kleinen Ganoven frei. Doch plötzlich sieht sich das Cop-Duo einem gnadenlosen Gangster gegenüber, der als besessener Sammler von Baseball-Raritäten ausgerechnet bei Jimmy zuschlägt: Er klaut ihm eine extrem seltene, historische Baseball-Sammelkarte in druckfrischem Zustand. Jimmy setzt alles daran, seinen wertvollsten Schatz wieder in eigenen Besitz zu bringen, denn durch den Verkauf will er die einzige Möglichkeit nutzen, seiner über alles geliebten Tochter die Hochzeit zu finanzieren. Leider kann er sich dabei nicht mehr auf seinen Partner Paul verlassen. Der ist seit kurzem von der fixen Idee besessen, seine Frau würde ihn betrügen und ist deshalb nicht ganz bei der Sache…
NOTHING PERSONAL
EFM 07.04.2010
NOTHING PERSONAL erzählt von einer jungen Holländerin, die ihr Leben hinter sich lässt. Nur mit einem Rucksack und ein paar elementaren Gegenständen wie Zelt und Schlafsack bricht sie nach Irland auf und wandert dort in völliger Einsamkeit durch die Wildnis. Nur gelegentlich bedient sie sich des Autostops, doch diese Begegnungen sind ihr verhasst, denn sie will nur ihre Ruhe haben und sich die Menschen so weit als möglich vom Leib halten. Doch dann wird sie eines Morgens vom etwas älteren, gebildeten Eigenbrötler Martin (Stephen Rea) angesprochen, der ihr Essen anbietet, wenn sie ihm im Garten helfe. Anne stimmt zu, doch als es beim Abendessen zum Streit kommt, will sie wieder abhauen. Schliesslich machen sie einen Handel: Essen für Arbeit, kein persönlicher Kontakt, keine Fragen. So kommen die beiden langsam in einen Trott hinein und arrangieren sich miteinander. Martin erklärt ihr die Arbeit, sie führt sie aus und er versorgt sie mit Mahlzeiten, welche er ihr jeweils bereit stellt, da sie nicht gemeinsam essen. Doch obwohl sie nur das nötigste miteinander sprechen, beginnen sich die Schutzmauern langsam abzubauen und sie lernen sich schrittweise etwas kennen. Doch wird sich Anne darauf einlassen, wird sie wieder sesshaft werden oder macht sie vielleicht vorher ihren Abgang?
Eine Anleitung zum Nichttun: Greenberg
AZM 31.03.2010
Der New Yorker Ex-Musiker Roger Greenberg (Ben Stiller) ist wohl das, was man einen ausgemachten Loser nennen kann: alleinstehend, ohne Job und gerade 40 geworden. Na, herzlichen Glückwunsch! Da kommt ihm das Angebot seines jüngeren und wesentlich erfolgreicheren Bruders Phillip (Chris Messina) gerade recht: Greenberg soll ein paar Wochen auf dessen Haus in Los Angeles aufpassen. Auf diese Weise kann er bei freier Kost und Logis seiner absoluten Lieblingsbeschäftigung nachgehen, die in nicht viel mehr als ausgiebigem Nichtstun besteht. Nebenbei ergibt sich auch noch die Möglichkeit, alte Freunde wiederzusehen. Die sind allerdings mittlerweile ziemlich alt und spießig geworden, findet Greenberg: Jugendliebe Beth (Jennifer Jason Leigh), inzwischen geschieden und alleinerziehende Mutter zweier Kinder, kann oder will sich an die wilde Jugendzeit irgendwie kaum noch erinnern. Und Ivan (Rhys Ifans), der ehemalige Band-Kollege, macht jetzt irgendwas mit Computern. Laaaangweilig! Allein Florence (Greta Gerwig), die während der Abwesenheit von Phillips Familie als Mädchen für alles auch im Haus ein- und ausgeht, versprüht ein wenig jugendliche Frische. Grund genug für Greenberg, die meiste Zeit mit ihr zu verbringen. Da jedoch auch die 25-Jährige nicht so recht weiß, was sie mit ihrem Leben anfangen soll, ergänzen sich die beiden bald zu einem ziemlich schrägen Chaos-Duo. Und bei so mancher Katastrophe wie z.B. einem überlaufenden Swimming-Pool, einem kollabierenden Hund sowie diversen krampfhaften Beischlafversuchen entwickelt sich langsam eine recht eigenartige Romanze, die womöglich aber ganz neue Perspektiven mit sich bringen könnte…
Schwerkraft
EFM 25.03.2010
Frederik Feinermann (Fabian Hinrichs) ist ein aufstrebender junger Bankangestellter, dessen Leben in geordneten Bahnen verläuft. Als sich ein Bankkunde, dem Frederik freundlich den Kredit kündigt, vor seinen Augen die Kugel gibt, knallt in Frederik eine Sicherung durch. Er beschließt kurzfristig bei seinem alten Kumpel und Ex-Knacki Vince Holland (Jürgen Vogel) eine Ausbildung der besonderen Art zu absolvieren: zum Gangster. Zwar nicht staatlich anerkannt, aber mit einem großen Praxisanteil. Und tatsächlich: die zwei entwickeln sich zum unschlagbaren Team, dessen Geldbeschaffungsmaßnahmen innovativ, kreativ und gewalttätig sind. Irgendwo in Mitten der Gewalt scheint Frederik so etwas wie "sich selbst" wieder zu finden.
Doch was als Spaß beginnt entwickelt sich zur Sucht und langsam zum bitteren Ernst. Beflügelt durch seine neue Karriere versucht er endlich auch seine alte Jugendliebe Nadine (Nora von Waldstätten) zurück zu gewinnen. Aber was sagt die zu seinem zweiten Bildungsweg?
Everybody’s fine
AZM 18.03.2010
Nach dem Tod seiner Frau fehlt Frank (Robert DeNiro) der Mittelpunkt und seinen vier erwachsenen Kindern der Mensch, mit dem sie ihr Leben besprechen und teilen konnten. Um dieser Mensch für sie werden zu können, bricht der gesundheitlich angeschlagene Pensionär zu einem Bahn- und Bustrip nach New York, Denver und Las Vegas auf. Einen Sohn wird er nie erreichen, den anderen und seine beiden Töchter nur kurz und überdies schwer beschäftigt. Während er von einer Stadt zur anderen unterwegs ist, die Leitungen überregionaler Kommunikation draußen am Fenster vorbeiziehen, bleibt er davon ausgesperrt, hört man nur die Kinder miteinander telefonieren, erfährt von ihrer Hilflosigkeit im Umgang mit dem Vater und vom Schicksal des einen Sohns, den er nicht wiedersehen wird. Doch Frank durchschaut die Lügen, bleibt fest entschlossen, die Familie zu vereinen und den Kindern das Gefühl zu geben, dass alles wieder gut werden könnte.
Am Ende des warmherzigen Remakes eines Giuseppe-Tornatore-Films heißt es zumindest auf und vor der Leinwand: "Allen geht's gut".
Jerry Cotton
EFM 11.03.2010
Er ist wieder da! Nach langer Leinwandabstinenz macht sich der berühmteste FBI-Agent der Welt zusammen mit seiner Smith & Wesson und dem unverwechselbaren Jaguar E-Type endlich wieder daran, in der New Yorker Unterwelt gründlich aufzuräumen. Freuen Sie sich mit uns auf die sensationelle Rückkehr des smarten Superagenten und erleben Sie Action & Crime in einer brillanten Komödie mit hochkarätiger Star-Besetzung.
Der tadellose Ruf des New Yorker FBI-Agenten JERRY COTTON (Christian Tramitz) ist in Gefahr: Die Leiterin der Dienstaufsichtsbehörde, DARYL D. ZANUCK (Christiane Paul), wirft ihm einen Doppelmord vor. Hat Jerry aus Rache SAMMY SERRANO (Moritz Bleibtreu) erschossen, weil er dem Gangsterboss den States Union Goldraub nicht nachweisen konnte? Und hat er wirklich seinen FBI-Partner TED CONROY (Janek Rieke) ermordet, um den einzigen Zeugen zu beseitigen? Für Jerry beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit: Er muss seinen eigenen Leuten beim FBI entkommen, sich an die Fersen des Gangsters KLAUS SCHMIDT (Heino Ferch) und seiner Bande (Monica Cruz, Jürgen Tarrach, Joram Voelklein) heften und schnellstmöglich den wahren Mörder finden. Jerrys einzige Verbündete sind sein roter Jaguar E-Type, seine Smith & Wesson, Kaliber 38, und ausgerechnet sein neuer Partner PHIL DECKER (Christian Ulmen).
MÄNNER DIE AUF ZIEGEN STARREN
AZM 03.03.2010
Der Kleinstadt-Reporter Bob Wilton (Ewan McGregor) stößt durch Lyn Cassady (George Clooney) auf eine schier unfassbare Story: In der US-Armee existiert eine geheime Hippie-Spezialeinheit. Statt an Waffen trainieren die selbsternannten „Jedi-Krieger“ übersinnliche Fähigkeiten. Auf ihrem Stundenplan stehen unter anderem Hellsehen, durch Wände gehen und Ziegen durch Anstarren töten. Unter Anleitung ihres Ober-Gurus Bill Django (Jeff Bridges) experimentieren sie sogar mit bewusstseinserweiternden Drogen. Doch Lyns übersinnliche Kräfte wecken den Neid seines Kameraden Larry Hooper (Kevin Spacey). Nach einer geschickt eingefädelten Intrige verschwindet Bill spurlos. Auf der Suche nach ihm begeben sich Lyn und Bob auf einen irrwitzigen Trip durch die Wüste…
Männer die auf Ziegen starren basiert auf dem gleichnamigen Sachbuch des britischen Journalisten Jon Ronson. Der Bestseller bringt geheime Anstrengungen der US-Armee ans Licht, Soldaten mit paranormalen Fähigkeiten auszubilden. Drehbuchautor Peter Straughan (New York für Anfänger) verpackt Ronsons aberwitzige Enthüllungen in eine unglaubliche – zu großen Teilen aber auf Fakten beruhende – herrlich ironische Geschichte.
Damit trifft er genau den Humor des Star-Ensembles:
George Clooney (Burn After Reading), Jeff Bridges (The Big Lebowski), Ewan McGregor (Illuminati) und Kevin Spacey (21) schlüpfen mit sichtlichem Vergnügen in ihre schrägen Rollen. Grant Heslov (Drehbuch zu Good Night, And Good Luck) produzierte sein Regiedebüt gemeinsam mit George Clooney.
Walt Disney taucht ab: Unsere Ozeane
AZM 24.02.2010
Beinahe 60 Jahre ist es her, dass Walt Disney mit „Die Wüste lebt“ dem Kinopublikum eine ferne Tier- und Pflanzenwelt präsentierte. Die Wüste erobern ist heute schon für einen Pauschaltourist möglich, die Faszination der Tiefe der Meere erleben, bleibt für viele ein Traum. Eine Chance die wiederum der Disney-Konzern ergreift: Delphine tanzen wie choreographiert ihr Ballett, Fischschwärme drehen sich in immer schnellerem Kreis. Vielerlei Arten finden Unterschlupf in einem alten Schiffswrack. Wale durchpflügen die Weltmeere. Krabben marschieren im Gleichschritt wie eine Armee. Das farbenprächtige und nicht immer stille Universum. Ein Expertenteam von Tauchern, Technikern und Wissenschaftlern erforscht und filmt es an 54 Drehorten vom englischen Cornwall über Französisch-Polynesien bis hin zur Pleanu-Insel in der Antarktis.
Der Anspruch der Dokumentarfilmer geht jedoch weiter: Umweltschutz muss dringend auch die Weltmeere umfassen. Doch um die Menschen für dieses Thema zu sensibilisieren, müssen sie das Schützenswerte erst einmal kennenlernen.
Der Ghostwriter
AZM 17.02.2010
Sie mögen keine Filmkritiker die das Ende des Films verraten? Dann habe ich wohl Pech gehabt, denn um das neue Regie-Meisterwerk von Roman Polanski zu beschreiben, muss auch das überraschende Ende verraten werden. Der Film hält über zwei Stunden eine subtile Spannung und wechselt dabei gekonnt zwischen bedrückenden Momenten und fast komödienhaften Situationen.
Zum Inhalt: Der Ex-Premier-Minister Adam Lang (Pierce Brosnan) will seine Memoiren veröffentlichen. Sein eigentlicher Ghostwriter stirbt jedoch vier Wochen vor dem geplanten Veröffentlichungstermin, sodass ein anderer Schriftsteller (Ewan McGregor) einspringen muss. Dieser hat keine Ahnung von Politik und auch im Prinzip keine große Lust ein unbrauchbares Manuskript zu bearbeiten. Doch diese Aufgabe wird gut bezahlt und verspricht ihm einen Karriereschub.
Story kommt sofort auf den Punkt
Diese Einleitung erzählt Polanski in wenigen Bildern: Eine Fähre, eine Leiche am Strand, ein Autor im Vorstellungsgespräch, der gleiche Mann auf einer Fähre auf dem Weg zur Residenz des Premier Ministers auf Martha’s Vineyard. Ein brillanter McGregor stochert nun als „Geist“ in einem hochgesicherten Ferienhaus im Leben des Ex-Premiers und entdeckt zahlreiche Widersprüche und eine weitreichende Verschwörung. Als er sich auf die gleiche Fährte begibt, die vermutlich seinen Vorgänger das Leben gekostet hat, muss auch er um sein Leben bangen.
Die Hauptcharaktere müssen sterben
Erst wird Adam Lang erschossen. Und zwar von einem wütenden Vater eines im – von Lang befürworteten - Krieg gefallenen Soldaten. Der Mord trifft auch den Zuschauer überraschend. Als das Stabsteam um Lang und seinen Ghostwriter ein Flugzeug verlassen und auf dem Weg zum Terminal sind, scheint sie Szene eigentlich schon vorbei. Unvermittelt taucht ein Schütze – den Charakter haben wir im Verlauf des Films schon kennengelernt – auf und feuert präzise auf Lang der damit relativ unspektakulär stirbt.
Schnitt und ein Zeitsprung zur Feier der Buchveröffentlichung. Alles sieht nach einem Happy-Ending aus; Das Buch ist fertig, es verkauft sich jetzt besser als es sich zu Lebzeiten des Premiers je verkauft hätte, der Ghostwriter könnte seinen Ruhm genießen. Doch genau in dieser so perfekten Situation, löst er das Rätsel der Verschwörung und lässt die Bombe noch vor Ort platzen.
Raum für Interpretation
Das letzte Mal das der Zuschauer den Ghostwriter sieht, ist wie er mit dem 615 seitigen Manuskript fluchtartig die Feierlichkeiten verlässt. Vermutlich will er in ein Taxi steigen, doch es braust ein anderes Auto mit hoher Geschwindigkeit heran. Ein dumpfer Knall und 615 Seiten verteilen sich über Londons Straßen. Abspann.
Wenn Sie können, schauen Sie sich den Film unsynchronisiert an, damit nichts von der Originalität verloren geht. Ich war gefesselt von der Story, begeistert von der Darstellung des Ghostwriters und überrascht vom Ende. Definitiv ein lohnenswerter Film, der sich am kommenden Wochenende vielleicht sogar über einen Berliner Bären freuen darf.
Ist Percy Jackson der neue Potter?
AZM 10.02.2010
Percy ist 17 Jahre jung und geht genau wie Harry noch zur Schule. Nur kann er nicht zaubern. Dafür ist er der Sohn des Meeresgottes Poseidon. Was er bis dato allerdings nicht wusste, denn sein „Anderssein“ wurde als ADS und eine Leseschwäche diagnostiziert. Diese Einschätzung ändert sich jedoch schlagartig, als sich seine Mathelehrerin Mrs. Dodds vor seinen Augen in eine leibhaftige Furie verwandelt und hinterrücks über ihn herfällt.
Nachdem Zeus sein Herrscherblitz gestohlen wurde, gilt Percy plötzlich als Hauptverdächtiger. Deshalb ist es nun an Percy, seine Unschuld zu beweisen. Gemeinsam mit seinen Freunden, dem Satyr Grover und der Athene-Tochter Annabeth, die er beide in einem Trainingscamp für Halbgötter kennengelernt hat, reist er quer durch die Vereinigten Staaten und bis in Hades‘ Unterwelt, um den wahren Schuldigen ausfindig zu machen…
Up in the Air
AZM 03.02.2010
Wenn es am 07. März in Los Angeles heißt „And the Oscar goes to...“, darf sich vielleicht auch George Clooney über die begehrte Auszeichnung freuen. „Up in the Air“ heißt der Film für den in der Kategorie bester Schauspieler nominiert ist und der morgen auch in den Deutschen Kinos anläuft. Darin spielt er Ryan Bingham, den Mitarbeiter einer renommierten Firma, der für seinen Chef die Drecksarbeit erledigt und anderen Mitarbeiter die Kündigung überbringt. Dafür jettet er um die Welt: Sein Leben spielt sich in Flugzeugen, Leihautos oder Flughafen-Hotels ab. Bingham steht kurz vor der Erfüllung seines großen Ziels, die Zehn-Mio.-Frequent-Flyer-Meilen-Hürde zu nehmen. Da erfährt er mehr zufällig, dass auch sein Stuhl in der Firma kräftig wackelt. Er sieht sich mit einem Leben konfrontiert und Begriffe wie Zuhause oder Liebe bekommen plötzlich eine neue Bedeutung.
Berlin – Stettin
AZM 27.01.2010
Ein Dokumentarfilm von Regisseur Volker Koepp
Eins zwei drei vier fünf sechs sieben,
wo ist denn mein Schatz geblieben?
In Berlin, im Stettin,
wo die Rosen zweimal blühn.
Jungen schlafen in Rattenecken,
Mädchen schlafen in seidnen Bettchen.
Jungen tragen Rattenschwänze,
Mädchen tragen Lorbeerkränze,
Mädchen kommen auf den Ball,
Jungen in den Schweinestall.
(Kindervers)
"Berlin - Stettin" war ein Kinderspiel, das Volker Koepp mit Freunden nach dem Krieg in Berlin-Karlshorst spielte. Der Name des Spiels war einprägsam, er ging ihm nie ganz aus dem Kopf. Erst später wurde ihm bewusst, dass zwischen diesen beiden Städten wichtige Lebens- und Filmlandschaften von Volker Koepp liegen, der 1944 in Stettin geboren wurde und in Berlin-Karlshorst aufwuchs. Oft hat er zwischen Elbe und Oder gedreht, war bei Menschen, deren Heimatbegriff wie sein eigener durch die Zeitläufte der Geschichte immer wieder beeinflusst wurde: Zweiter Weltkrieg, Vertreibungen, Teilung und Wiedervereinigung, Abwanderung und Wiederbesiedlung, das spannungsreiche Verhältnis zum polnischen Nachbarn. In diesem, seinem wohl autobiografischsten Film, ist Volker Koepp wieder zwischen Berlin und Stettin unterwegs. Er begegnet Menschen aus früheren Filmen wieder und lernt neue Protagonisten kennen. Eine ostdeutsche Landschaft kommt in den Blick, deren Vergangenheit weder verklärt noch entwertet wird und die wieder und neu zu entdecken ist.
Vorstadtkrokodile2: Halte zu deinen Freunden, egal was kommt!
AZM 21.01.2010
Die coolste Bande ist zurück!
Es herrscht Sommer, Ferien, die erste zaghafte Liebe und ein neues Banden-Hauptquartier gibt es auch – das Leben der Vorstadtkrokodile könnte so schön sein. Gäbe es nicht nur die seltsamen Zwischenfällen in der Firma von Ollis (MANUEL STEITZ) und Marias (LEONIE TEPE) Eltern. Die Firma steht kurz vor der Pleite und den Eltern droht der Verlust des Arbeitsplatzes und der Wohnung. Das würde auch das Aus der „Vorstadtkrokodile“ bedeuten: Wenn Olli und Maria in eine andere Stadt ziehen müssen, gibt es auch für Hannes (NICK ROMEO REIMANN), Kai (FABIAN HALBIG), Jorgo (JAVIDAN IMANI), Frank (DAVID HÜRTEN) und Peter (ROBIN WALTER) keine Bande mehr! Klar, dass die „Vorstadtkrokodile“ alles daran setzen, die zwielichtigen Machenschaften aufzudecken: Mit waghalsigen Verfolgungsjagden, riskanten Beschattungsaktionen und, wenn es sein muss, auch mit einer Styling-Beratung von Kais älterer Cousine Jenny (ELLA MARIA GOLLMER) aus der Großstadt, um den Undercover-Einsatz im coolsten Club der Stadt durchzuführen. Mit Vollkaracho und der nötigen Ruhrgebiets-Bodenhaftung rasen die Vorstadtkrokodile – vorzugsweise auf dem Fahrrad und im getunten Rollstuhl – durch das nächste explosive Abenteuer!
Vorstadtkrokodile 2, ist ein weiterer Film über die coolste Bande aus dem Ruhrgebiet, die mit allen Mitteln für Gerechtigkeit und ihre Freundschaft kämpft.
Friendship
AZM 13.01.2010
Und noch ein Ossi Film. Aber ein verdammt guter. November 1989, kaum ist die Mauer weg, wollen die ostdeutschen Jugendlichen Tom und Veit gleich die neu gewonnene Freiheit nutzen und nach San Francisco „trampen“, um Veits Vater zu suchen. Das gut investierte Begrüßungsgeld reicht allerdings gerade einmal bis New York. Mit den Englischkenntnissen hapert es auch ganz gewaltig. Doch ob Präsentation eines etwas anderen Heimatfilms, Verkauf von "zertifizierten" Berliner Mauersteinen oder einem heißen Strip in Russen-Uniform - ein paar Dollars gehen immer. Am Ende haben die zwei ihr Ziel erreicht - nur aus Veits erhoffter Familienzusammenführung wird leider nichts. Überzeugen Sie sich, was die Freundschaft von Tom und Veith (Matthias Schweighöfer und Friedrich Mücke) alles aushält. Ab heute im Kino.
13 Semester
AZM 06.01.2010
Nach bestandenem Abitur zieht Moritz, genannt Momo, freudig zum Studium nach Darmstadt. Doch zunächst laufen die Dinge überhaupt nicht nach Plan: Bei der Wohnungssuche ist er ebenso glücklos wie in punkto neuer Freundschaften und auch die Wirtschaftsmathematik hat er sich leichter vorgestellt. Doch dann wendet sich das Blatt. In Bernd, der bereits fünf Semester ohne allzu viel Stress hinter sich gebracht hat, findet er einen erfahrenen Mitbewohner und in Kerstin (vorerst) die Frau seiner Träume.
Statt altbekanntem College-Klamauk gelingt Spielfilmdebütant Frieder Wittlich eine einfühlsam-witzige Initiationsgeschichte, die nahe am echten (Studenten-)Leben spielt.
Wenn es mal wieder länger dauert...13-Semester liegen schon deutlich über der Regelstudienzeit, was darauf hindeutet, dass neben dem Studieren noch viel interessantere Dinge im Leben der Protagonisten passieren.
SOUL KITCHEN
EFM 31.12.2009
Kneipenbesitzer Zinos ist vom Pech verfolgt: erst zieht seine Freundin Nadine für einen neuen Job nach Shanghai, dann erleidet er einen Bandscheibenvorfall. Als er in seiner Not den exzentrischen Spitzenkoch Shayn engagiert, bleiben auf einmal auch noch die ohnehin schon wenigen Stammgäste aus. Und als wäre das nicht schon genug, taucht auch noch sein leicht krimineller Bruder Illias auf und bittet ihn um Hilfe. Während Zinos noch überlegt, wie er den Laden los wird, um Nadine nach China folgen zu können, locken Musik und die ausgefallene Speisekarte immer mehr Szenepublikum an. Das ,,Soul Kitchen" rockt und boomt wie nie zuvor. Doch dann überschlagen sich die Ereignisse.
Wo die wilden Kerle wohnen
AZM 17.12.2009
Tief in uns finden sich … alle Dinge, die wir je gesehen haben, alles, was wir je getan haben – und alle, die wir jemals geliebt haben.
Es ist die Geschichte des ebenso unbändigen wie sensiblen Jungen Max, der sich zu Hause missverstanden fühlt und dorthin flieht, wo die wilden Kerle wohnen: Max erreicht eine Insel, auf der er geheimnisvollen und seltsamen Wesen begegnet, deren ungestüme Empfindungen und Taten absolut unvorhersehbar sind. Die wilden Kerle wünschen sich nichts sehnlicher als einen Anführer – und Max träumt davon, über ein Königreich zu herrschen. Also wird Max zum König gekrönt und gelobt, ein Reich zu schaffen, in dem alle glücklich sind. Doch bald macht Max die Erfahrung, dass sich sein Königreich gar nicht so leicht regieren lässt: Der Umgang mit seinen Untertanen ist weitaus komplizierter, als er sich das ursprünglich gedacht hat.
Zusammen mit dem Schriftsteller Maurice Sendak bringt der Regisseur Spike Jonze eines der populärsten Bücher aller Zeiten auf die Leinwand: „Wo die wilden Kerle wohnen“, die klassische Kindheitsgeschichte über Orte, die uns das Wesen unserer Welt erklären können. Produziert wurde der Film unter anderem von Tom Hanks,
Walt Disney Studio
Küss den Frosch
EFM 10.12.2009
New Orleans um die Jahrhundertwende: Für die Kellnerin Tiana ist das Leben nicht leicht. Doch obwohl sie gleich mehrere Jobs bewältigt, um ihrem großem Lebenstraum, einem eigenen Restaurant, ein Stück näher zu kommen, verliert sie ihr Ziel nie aus den Augen. Leichter hat es da ihre Sandkastenfreundin Charlotte, die dank ihres gutmütigen Vaters Big Daddy einer der wohlhabendsten und einflussreichsten Familien der Stadt angehört.
Eines Tages trifft schließlich Prinz Naveen in New Orleans ein und lässt sich durch seine sorglose und leichtgläubige Art auf die Voodoo-Zauberei des hinterhältigen Dr. Facilier ein. Aufgrund eines bösen und geldgierigen Plans verwandelt er den Prinzen in einen kleinen, schleimigen Frosch. Durch einen Kuss einer Prinzessin möchte der verwandelte Prinz Naveen wie im Märchen versuchen wieder ein Mensch zu werden. Doch nicht alles verläuft wie im Märchen denn durch ein großes Missverständnis kommt es schließlich zu einem Küss zwischen dem Froschprinzen und Tiana, der nun auch Tiana in einen grünen Frosch verwandelt...
Auf Keinohrhasen folgt Zweiohrküken
AZM 2.12.2009
In „Keinohrhasen“ fanden sich Boulevard-Reporter Ludo und Kindergärtnerin Anna – doch wie geht es weiter?
Zwei Jahre später ist der Alltag eingekehrt. Als Ludo eine alte Flamme wiedertrifft, wird Anna eifersüchtig... mit Recht! Die Gute ist offensichtlich noch ziemlich interessiert. Ludo wehrt sich, auch mit Recht, gegen Annas Kontrollversuche und fordert Freiraum ein. Dummerweise taucht just zu diesem Zeitpunkt Annas Ex-Freund Ralf auf und plötzlich gefällt Ludo der neue Freiraum gar nicht mehr so gut...
Neben Til Schweiger und Nora Tschirner in den Hauptrollen sind auch Matthias Schweighöfer und Emma Schweiger als Cheyenne-Blue wieder mit dabei. Für heftige Eifersuchtsszenen sorgen Ken Duken als Annas Ex-Freund Ralf und Edita Malovcic als Ludos Ex-Freundin Marie. In weiteren Rollen sehen wir Heiner Lauterbach, Uwe Ochsenknecht, Denis Moschitto, Thomas Heinze, Marc Hosemann, Pegah Ferydoni, Jasmin Gerat und Thomas Kretschmann
„New Moon – Biss zur Mittagsstunde“
AZM 25.11.2009
Jede Generation braucht anscheinend ihre Vampire. Für mich sind dies ganz klar Brad Pitt, Tom Cruise als Louis und Lestat in „Interview mit einem Vampir“ von 1994. Für andere ist es Bram Stokers Dracula, Graf von Krolock aus dem „Tanz der Vampire“ oder Werner Herzogs Nosferatu. Die Zahnspangen-Fraktion von heute steht auf Edward Cullen (Robert Pattinson) aus der Twilight Saga, die auf den gleichnamigen Romanen von Stephenie Meyer basiert.
Viele beneiden demnach Schauspielerin Kristen Stewart, die die Bella Swan spielt, denn zu ihrem 18. Geburtstag wünscht sich Bella etwas ganz Besonderes: Einen Kuss von ihrem Freund Edward. Und das ist keine Selbstverständlichkeit, schließlich ist Edward ein Vampir, der nur zu schnell die Kontrolle verlieren könnte. Auch seine Familie hat sich Allerhand einfallen lassen, um das Menschenmädchen glücklich zu machen. Im Haus der Cullens erwartet Bella ein Meer aus Kerzenlicht und sogar eine leckere Torte. Die Party nimmt jedoch ein jähes Ende, als Bella sich unvermutet am Papier schneidet und Edwards Adoptivbruder Jasper sich blutdurstig auf sie stürzt. Für den verzweifelten Edward ist dieser Zwischenfall eine Warnung. Um das Leben seiner Freundin zu schützen, ziehen die Cullens weiter und lassen Bella mit gebrochenem Herzen zurück. Was sie jetzt braucht, ist Ablenkung – gut, dass sie auf die Freundschaft und den Schutz des jungen Indianers Jacob Black zählen kann. Auch er hat ein übersinnliches Geheimnis: Er entstammt einer Familie von Werwölfen… Während Bella lernt, Edwards Stimme aus der Ferne wahrzunehmen, wird der Vampir Opfer eines fatalen Irrtums. Er ist der festen Überzeugung, dass Bella aus Kummer Selbstmord begangen hat. Kurzerhand reist er nach Italien zum Vampir-Clan der Volturi, um Buße zu tun. Die Volturi sollen auch ihm das Leben nehmen…
Liebe Mauer
AZM 18.11.2009
Die Studentin Franzi (Felicitas Woll) zieht im Herbst 1989 mit nicht viel mehr als ihrem Rucksack nach Berlin. Von ihrer Altbauwohnung direkt am Grenzübergang kann sie in den Osten schauen und entdeckt auf der anderen Seite der Mauer Sascha (Maxim Mehmet). Er ist Grenzsoldat wider Willen. Um einen Studienplatz in Medizin zu bekommen, hat er sich für drei Jahre zur Volksarmee verpflichten müssen. Franzi und Sascha verlieben sich und arrangieren heimliche Treffen. Doch Liebe in Mauerzeiten wird beobachtet – und zwar auf beiden Seiten der Mauer. Wie gut, dass Saschas Jugendfreundin Uschi (Anna Fischer) ihr so ähnlich sieht. Unbemerkt tauschen die beiden Frauen ihre Ost-West-Identitäten. Endlich kann Franzi über Nacht bleiben, doch ihr Rendezvous fliegt auf. Ihre Liebe hat keine Chance, doch dann fällt die Mauer …
Romantische deutsch-deutsche Liebeskomödie
Peter Timm („Go, Trabi, Go“, „Manta – der Film“) erzählt in seiner romantischen Komödie „Liebe Mauer“ von einer deutsch-deutschen Liebe, der nicht nur Steine, sondern eine ganze Mauer in den Weg gelegt wird – bis sie fällt. Timm schrieb auch das Drehbuch. Er wurde 1950 in Ostberlin geboren und 1973 aus der DDR ausgewiesen.
2012
EFM 12.11.2009
2009: Die US-Regierung erhält einen vertraulichen Report, dass die Erde schon in wenigen Jahren dem Untergang geweiht ist. Während engagierte Wissenschaftler fieberhaft nach Auswegen aus der Katastrophe suchen, wird an oberster Stelle ein geheimer Bergungsplan entwickelt, der jedoch nicht die Rettung aller Menschen vorsieht. Als Jackson Curtis (JOHN CUSACK) einen Familienausflug in den Yellowstone Nationalpark unternimmt, stößt er auf den exzentrischen Wissenschaftler Charlie Frost (WOODY HARRELSON), der alle Anzeichen vom Ende der Welt akribisch festhält. Jackson nimmt ihn zunächst nicht ernst. Doch als bald darauf in Los Angeles die Straßen aufbrechen, weiß er, dass er den scheinbar hoffnungslosen Kampf gegen die Zeit und die bevorstehende Naturkatastrophe aufnehmen muss.
2012 – Das Ende der Zeitrechnung. Die Maya, die Tibeter, die alten Ägypter und die Cherokee-Indianer, sie alle beziehen sich in ihren mystischen Glaubenssystemen und Zeitrechnungen auf einen 26.000 Jahre alten Zyklus. Dieser Zyklus endet am 21. Dezember 2012, wenn eine äußerst seltene astronomische Konstellation ein neues Zeitalter einläutet – zuvor wird jedoch das alte für immer zerstört werden…
Basierend auf diesen Prophezeiungen, entwirft Regisseur Roland Emmerich in 2012 sensationelles Action-Kino atemberaubenden Ausmaßes und sprengt nach "Independence Day" und "The Day After Tomorrow" erneut alle visuellen Grenzen – mit einem packenden und bildgewaltigen Werk über das Ende der Welt.
Warner Bros. Pictures
The Informant! - Der Informant!
EFM 05.11.2009
Was denkt sich Mark Whitacre (Matt Damon) nur dabei? In dem gigantischen Agrarkonzern Archer Daniels Midland (ADM) hatte er eine glänzende Karriere vor sich – jetzt verrät er plötzlich seinen Arbeitgeber ans FBI: Weil es um multinationale, illegale Preisabsprachen geht, sieht er sich bereits als aufrechten Einzelkämpfer, der am Ende mit einer Beförderung belohnt wird. Doch zunächst braucht das FBI handfeste Beweise – Whitacre ist sofort bereit, mit dem in seinem Aktenkoffer versteckten Recorder Gespräche aufzuzeichnen: Er kommt sich dabei wie ein Geheimagent vor.
Leider findet das FBI bald heraus, dass dieser Hauptzeuge seine eigenen Unterschlagungen in der Firma tunlichst verschwiegen hat. Weil Whitacre seine Aussagen immer wieder ändert, sind die zuständigen Agenten (Scott Bakula und Joel McHale) völlig frustriert, denn damit steht das gesamte Verfahren gegen ADM auf dem Spiel – inzwischen lässt sich nicht mehr auseinanderhalten, wann Whitacre die Wahrheit sagt und wann seine Fantasie mit ihm durchgeht.
Oscar-Preisträger Matt Damon („Good Will Hunting“, die „Bourne“-Filme) spielt die Titelrolle in der wahren Geschichte des hochkarätigsten Informanten in der amerikanischen Wirtschaftsgeschichte. Weitere Hauptrollen übernahmen Scott Bakula, Joel McHale und Melanie Lynskey.
The music. The hair. The Jersey. The Jovi.
„When we were beautiful“ – feiert Deutschland-Premiere
AZM 28.10.2009
Am Donnerstag feiert der Dokumentarfilm „When we were Beautiful“ auch endlich in Deutschland Premiere. Regisseur Phil Griffin ist der Band „Bon Jovi“ während ihrer Lost Highway Tour in den vergangenen zwei Jahren auf Schritt und Tritt gefolgt. Seiner Meinung nach ist es ein Porträt geworden, dass den Werdengang einer Band zeigt, die seit mehr als 25 Jahre Musikgeschichte schreibt. Der Film wird aber auch private Momente der Bandmitglieder Jon, Richie, Tico und Dave zeigen. So ist zum Beispiel Jon nicht nur der Frontman und Sänger der Band, er ist Gleichzeitig CEO der Marke Bon Jovi und einsamer Familienvater, der sich während der Tour nach seinen vier Kindern und seiner Frau sehnt.
Heute München, morgen Dublin – Das ist das Leben eines Rockstars. Jon selbst gibt in dem Film zu bedenken, dass er zwar viel rumkommt aber nicht viel mehr als Hotelzimmer von der Welt gesehen hat. “I travel the world, but I don’t see the world. I see hotel rooms. I go
from the hotel room to the gym to the arena to the bar to the hotel room…
„Lonely at the Top“ heißt ein Titel, der es nie auf ein Album geschafft hat. Vielleicht auch, weil er es nie sollte. Jon und Richie haben ihn nach Kurt Cobains Tod als eine Art Brief an dessen Tochter geschrieben. Es ist ein hilfloser Versuch zu erklären, was das Showgeschäft mit den Musikern macht. Ohne Unterstützung, ohne gute Freunde die einen auf den Boden der Tatsachen zurück holen, sei es schwierig dem Druck stand zu halten. Bon Jovi hatten das Glück, nicht zuletzt durch ihre Familien und können heute ihre Erfolge weiter feiern.
Sie haben mehr als 120 Millionen Alben verkauft und auf über 2.600 Konzerten in 50 Ländern mehr als 34 Millionen Fans begeistert. Ende Oktober erscheint nun ihr 10. Studioalbum „The Circle“, mit dem Bon Jovi beweisen werden, dass sie immer noch rocken können wie vor 25 Jahren.
Einen Eindruck von der Deutschland-Premiere des Films, lesen sie ab Freitag hier.
Constantin Film
Die Päpstin
EFM 21.10.2009
Ihre Existenz war ein Geheimnis, ihr Name wurde aus den Geschichtsbüchern getilgt. Dennoch wurde das Leben der Johanna, die als Papst Johannes Anglicus im 9. Jahrhundert die katholische Kirche lenkte, zur Legende.
Den Weltbestseller von Donna Woolfolk Cross bringt Sönke Wortmann („Deutschland – Ein Sommermärchen“, „Das Wunder von Bern“) als packendes Historienepos auf die Leinwand. In einer längst vergangenen Epoche tritt eine Frau furchtlos gegen Bigotterie und ein religiöses Patriarchat an, gelenkt durch ihren Glauben, versucht durch ihre Liebe. Neben Johanna Wokalek („Der Baader Meinhof Komplex“) gehören John Goodman („Evan Allmächtig“, „The Big Lebowski“) als Papst Sergius, David Wenham („Australia“, „300“, „Der Herr der Ringe“) als Gerold, sowie Anatole Taubman („James Bond 007 – Ein Quantum Trost“) als Johannas Gegenspieler Anastasius zur internationalen Starbesetzung.
Pettson & Findus – Glömligheter (dt. Titel: Kuddelmuddel)
AZM 21.10.2009
Große dürfen immer machen, worauf sie gerade Lust haben, denkt Kater Findus und wünscht sich zu wachsen. Sein Wunsch wird ihm gewährt, doch Pettersson wird dafür klein. Und der Kater muss schnell erkennen, dass groß sein auch Nachteile hat. Und Findus hat plötzlich noch ganz andere Sorgen: Pettersson hat sein Gedächtnis verloren! Nun will er statt seinem Kaffee lieber Tee trinken, und sogar den kleinen Kater hat er vergessen! Mit Geschichten von ihren gemeinsamen Abenteuern versucht Findus die Erinnerung seines Freundes wieder zurückzuholen. Bis ihm das gelingt, herrscht bei den beiden jede Menge Kuddelmuddel.
Schon zum vierten Mal erleben Sven Nordqvists Helden wunderbare Abenteuer auf der Kinoleinwand. Komisch, warmherzig und sehr liebenswert, werden sie auch diesmal nicht nur die kleinen Zuschauer begeistern.
Die Geschichten von Petterson & Findus begannen 1984 mit „Eine Geburtstagstorte für die Katze“. Zunächst war Sven Nordqvists Kinderbuch über einen alten Mann und seine Katze als einmaliges Projekt gedacht. Dann brachte sein Verleger Nordqvist jedoch auf die Idee, mehr Abenteuer mit den beiden zu zeichnen. Der Beginn einer Erfolgsgeschichte. Mittlerweile haben Pettersson und Findus die ganze Welt erobert. Ihre Abenteuer wurden bisher in 29 Sprachen übersetzt, darunter auch ins Japanische.
1999 entstand dann die „Pettersson und Findus“ – Fernsehserie. Und der erste Film, PETTERSSON UND FINDUS, der 2001 auch in Deutschland startete und für den das bereits bei der Serie erprobte Team verantwortlich zeichnete. So begann die Kinokarriere der beiden Kultfiguren.
Die zeichnerische Liebe zum Details des „Vaters der Figuren“ Nordqvist spiegelt sich in allen „Pettersson und Findus“-Verfilmungen wider. Überall auf dem Bauernhof hüpfen, flattern und schwimmen kuriose Figuren durch die Szenen und begleiten die Hauptfiguren bei ihren Abenteuern.
Die Geschichten sind amüsant und konsequent gewaltlos erzählt, und somit sind die Filme dieses ungleichen Paars für kleinere Zuschauer, die das Kino gerade erst für sich entdecken, ideale Einstiegsfilme.
G-FORCE – AGENTEN MIT BISS
EFM 14.10.2009
Der Film ist die erste 3-D-Produktion von Erfolgsproduzent JERRY BRUCKHEIMER. Ein grandios witziger Actionspaß um Meerschweinchen in geheimer Mission. Kleine Helden, ganz groß – das Schicksal der Welt liegt in ihren Pfoten! Mit einer sagenhaften Mischung aus Computeranimation, Live-Action und 3-D-Digitalaufnahmen zauberte Oscar®-Preisträger HOYT H. YEATMAN jr. („Abyss – Abgrund des Todes“) ein Agentenabenteuer auf die Leinwand, wie man es garantiert noch nie gesehen hat. Neben den computeranimierten Hauptdarstellern glänzen die britische Comedy-Ikone und Golden-Globe®-Preisträger BILL NIGHY („Fluch der Karibik 2 und 3“) als Bösewicht und der neue Comedy-Superstar ZACK GALIFIANAKIS („Hangover“) als G-Force-Erfinder Dr. Ben Kendall. Für die mitreißenden Visual Effects sorgte der zweifache Oscar®-Preisträger SCOTT STOKDYK („Spider-Man“, „Spider-Man 2“).
MännerHerzen
EFM 07.10.2009
Fünf Prototypen des „starken Geschlechts“ auf der Suche nach der großen Liebe und ein wenig Glück in einer Zeit, in der Männer längst nicht mehr genau wissen, was es heißt, „ein Mann“ zu sein und was Frauen eigentlich von ihnen erwarten. Der sympathische Chaot Philip (Maxim Mehmet) steht beruflich vor dem Aus, als ihm Gelegenheitsfreundin Nina (Jana Pallaske) eröffnet, dass er Vater wird. Seinem Freund Niklas (Florian David Fitz) dagegen, einem erfolgreichen Werber, scheint alles zu gelingen; Ehe und Eigenheim warten. Wenn da nicht diese Panik wäre, sich festzulegen ... Musikproduzent und Womanizer Jerome (Til Schweiger) stellt sich diese Frage erst gar nicht – für ihn ist das Leben ein einziger Rausch. Nur der unglaublich betreuungsintensive Schlagerstar Bruce (Justus von Dohnányi) kann ihn aus der Fassung bringen. Während der verlassene U-Bahn-Führer Roland (Wotan Wilke Möhring) mit allen Mitteln um seine Ex-Frau Susanne (Nadja Uhl) kämpft, verzweifelt Günther (Christian Ulmen) fast an seiner Einsamkeit. Da ist schon die Frage an der Supermarktkasse, ob er Treueherzen sammelt, ein echter Hoffnungsschimmer.
„Love is a battlefield“ – aber gibt es ein schöneres Gefühl als Verliebtsein? Fünf Lebensentwürfe, die turbulent aufeinander prallen, fünf Wahrheiten, die berühren. Zum Glück sitzt dicht unter dem Herzen auch das Zwerchfell … Männer haben’s schwer, nehmen’s leicht.
Es kommt der Tag
AZM 01.10.2009
Irgendwo auf einer Autobahn. Der Mittelstreifen fliegt dahin, Alice (KATHARINA SCHÜTTLER) ist auf dem Weg in ihre Vergangenheit. Verunsichert, verängstigt – vor allem wütend. Sie weiß nicht, was sie erwartet, nur, dass es ihr Leben und das aller Beteiligten für immer verändern wird…
Etwa zur gleichen Zeit in einem Büro im Elsass. Judith Muller (IRIS BERBEN), die mit ihrem Mann Jean Marc (JACQUES FRANTZ) ein Weingut in der Nähe von Colmar leitet, engagiert sich leidenschaftlich gegen den Anbau von Gen-Mais in ihrer Region. Als sie jedoch „Covergirl“ eines Zeitungsartikels über ihre Kampagne werden soll, wirkt sie ausgesprochen nervös. Ein Foto mit Folgen…
Alice kennt ihr Ziel. Nachts fährt sie zu dem Weingut und beobachtet die Familie durch das Fenster. Dort sitzt Judith mit ihrem Mann und ihren Kindern Francine (15) und Lucas (17). Eine vermeintlich heile Welt, die Alice nie kannte. Sie wurde vor fast dreißig Jahren von ihrer Mutter zur Adoption freigegeben und wuchs in einer Pflegefamilie auf, ohne eigene Wurzeln. Nach einem vorgetäuschten Unfall bittet sie auf dem Gut um Hilfe. Jean Marc bietet ihr das Zimmer für Feriengäste an, bis der Wagen repariert ist. Lucas (SEBASTIAN URZENDOWSKY) freut sich, denn er hat die seltsame Fremde bereits zuvor in der Dorfkneipe kennen gelernt. Judith ist misstrauisch und irritiert. Irgendetwas stimmt nicht. Ein paar Mausklicks später weiß sie, dass die junge Frau einen falschen Namen angegeben hat. Was will sie? Ist sie von der Polizei? Judith fürchtet, dass ihre Vergangenheit ans Licht kommen könnte. Sie durchwühlt die Tasche der Fremden und findet alte Fahndungsplakate. Damals hieß Judith noch Jutta Beermann und wurde wegen Mordes gesucht. Sie war an einem politisch motivierten Banküberfall beteiligt und tauchte danach unter falschem Namen in Frankreich unter.
Langsam dämmert ihr, wer die junge Frau ist: ihre mittlerweile erwachsene Tochter, die sie Ende der 70er Jahre zur Adoption freigab, da sie sie nicht mit in den Untergrund nehmen konnte. Alice sieht das allerdings ganz anders. Sie hat nie verwunden, dass sich ihre Mutter gegen sie und für ihre politischen Ideale entschieden hat. Sie ist fest entschlossen, Judiths Lügengebäude, ihre Familien-Idylle zum Einsturz zu bringen.
„Wie hast du mich gefunden? Warum bist du hier? Was erwartest du von mir?“ Judith konfrontiert ihre Tochter. Die verlangt, dass sie sich der Polizei stellt, doch Judith ist nicht bereit, ihre Familie zu verlassen. Ihre Rechtfertigungen verwandeln Alices Schmerz in Zorn. Außer sich vor Wut wirft Alice Weinflaschen gegen die Hauswand, weiht Judiths Mann ein und zieht den sensiblen Lucas auf ihre Seite. Jean-Marc verteidigt seine Frau, doch es stellt sich heraus, dass sie ihm nie die ganze Wahrheit erzählt hat.
Als die Großeltern am folgenden Tag zu Besuch kommen, eskaliert die Situation: Während sich die pubertierende Francine zu einer Freundin absetzt, stellt sich Lucas gegen seine Mutter, indem er Alice ausdrücklich als Gast zu dem gemeinsamen Essen bittet. Die Stimmung ist aufgeheizt. Jean Marc wendet sich von seiner Frau ab, es kommt zur offenen Konfrontation. Zu spät erkennt Judith, dass sie ihre Familie verliert, wenn sie nicht endlich die Wahrheit sagt. ES KOMMT DER TAG, da muss sie sich zu ihrer Vergangenheit bekennen, wie immer die Konsequenzen auch aussehen mögen…
Wüstenblume
AZM 23.09.2009
Waris lebt mit ihrer Nomaden-Familie in einem Zelt. Wie jedes Mädchen in ihrer Kultur wird sie beschnitten. Mit 13 Jahren flüchtet sie nach Mogadischu, um nicht mit einem alten Mann verheiratet zu werden. Später entkommt sie ihrem Dienstmädchen-Dasein in London und sie sucht Hilfe bei der flippigen Verkäuferin Marylin. Die lässt die hartnäckige, kaum des Englischen mächtige junge Frau bei sich wohnen. Sie freunden sich an. In einem Fast-Food-Restaurant wird die schüchterne Waris beim Putzen von Modefotograf Terry angesprochen, der Beginn ihrer Karriere als Model. Beeindruckende Verfilmung des weltweiten Bestsellers von Top-Model Waris Dirie über ein modernes, aber wahres Märchen, das nachwirkt.
Disney/Pixars: Oben
EFM 17.09.2009
Der Himmel ist die Grenze? Nicht für Carl Fredricksen, der sich im Alter von 78 Jahren einen Lebenstraum erfüllt: Eine Reise in das Amazonas-Gebiet. Doch Carl besteigt nicht etwa ein Flugzeug, das ihn nach Südamerika bringen soll, nein, der ehemalige Ballonverkäufer befestigt an seinem Häuschen Tausende von Luftballons und entschwebt in den Himmel. Was Carl zunächst nicht ahnt: Der achtjährige Pfadfinderjunge Russell hat sich heimlich auf die Veranda geschlichen. Als Carl ihn entdeckt, ist der grantige Rentner zunächst nicht begeistert. Doch Carl hat keine andere Wahl, als die Quasselstrippe Russell mit auf diese Reise zu nehmen, die aus dem alten Mann und dem kleinen Jungen ein eingeschworenes Team machen wird, zwischen das kein Bananenblatt mehr passt...
Der neue Film von Bully Herbig – Wickie und die starken Männer
AZM 09.09.2009
Wickie (Jonas Hämmerle), der kleine liebenswerte Junge mit den rotblonden Haaren, lebt zusammen mit seiner Mutter Ylva (Sanne Schnapp) und seinem Vater Halvar (Waldemar Kobus), dem stursten Wikinger-Chef aller Zeiten, im Wikingerdorf Flake.
Die Wikinger sind von Natur aus starke, unerschrockene und laute Gesellen. Wickie jedoch ist ganz anders: zurückhaltend und zart besaitet. Doch er besitzt eine Gabe, die kaum einer seiner Mitwikinger hat: Er ist schlau, um nicht zu sagen: sehr, sehr schlau – und überzeugt mit Ideen frei nach dem Motto „Keine Muskeln, dafür Köpfchen!“
Eines Tages wird das Dorf von einer skrupellosen Horde wilder Fremder mit Angst einflößenden Drachenmasken heimgesucht und gnadenlos überfallen. Die allergrößten und liebsten Schätze der Dorfbewohner werden geraubt: nämlich ihre Kinder! Alle, bis auf Wickie, der sich – Glück im Unglück – beim Drachenfliegen in einem Baumwipfel verheddert hatte.
Wickies Vater Halvar und die anderen Wikinger aus Flake hissen die Segel, um die Kinder zu befreien und begeben sich so in ein großes, spannendes Abenteuer auf hoher See. Und was macht Wickie? Immer wieder muss er mit seinen schlauen Einfällen und Ideen seine Freunde aus schier ausweglosen Situationen befreien. Mit von der Partie sind natürlich auch die sich ständig streitenden Tjure (Nic Romm) und Snorre (Christian A. Koch), der in die Jahre gekommene weise Urobe (Olaf Krätke), Gorm (Mike Maas), der ständig entzückt ist, der Barde Ulme (Patrick Reichel) und natürlich der gutmütige, große, starke und dicke Faxe (Jörg Moukaddam). So unterschiedlich die Freunde aus Flake auch sind, eines gilt für alle: Sie halten zusammen, egal, was kommt ... Nur was, wenn der Schreckliche Sven (Günther Kaufmann), der schlimmste Pirat aller Zeiten, auftaucht? Dann erst recht!
www.centralfilm.de
Whisky mit Wodka
EFM 03.09.2009
Der Schauspieler Otto Kullberg (Henry Hübchen) ist ein Mann, den die Frauen lieben und die Männer mögen. Gelegentlich trinkt er zu viel. Als er deshalb einen Drehtag seines neuen Films verpatzt und auszufallen droht, wird ein jüngerer Kollege (Markus Hering) engagiert, mit dem alle Szenen zur Sicherheit ein zweites Mal gedreht werden. Otto Kullberg, ein Sprücheklopfer und Mittelpunktmensch, muss seine Rolle im Film behaupten, im Kostüm der 20er Jahre, als Mann zwischen zwei Frauen. Und er versucht, seine Rolle im Leben neu zu verstehen. Viele Filme zurück gab es eine Liebesgeschichte zwischen Otto und seiner Partnerin Bettina (Corinna Harfouch), die jetzt die Frau des Regisseurs (Sylvester Groth) ist. Geraten Kino und Wirklichkeit durcheinander? Im Duell der Darsteller will keiner verlieren. Alle lieben die Wahrheit und jeder lügt.
Beim Leben meiner Schwester (My Sister’s Keeper)
AZM 26.08.2009
„Als ich klein war, erzählte mir meine Mutter, ich sei ein Stückchen blauer Himmel, das auf diese Welt kam, weil meine Eltern mich über alles liebten. Erst später habe ich gemerkt, dass das nicht so ganz stimmt.“ – Anna
Sara und Brian Fitzgerald haben einen Sohn und eine Tochter – ihr unbeschwertes Leben nimmt eine tragische Wendung, als sie eines Tages erfahren, dass die zweijährige Kate an Leukämie erkrankt ist. Die Eltern hoffen nun, ein weiteres Kind zu bekommen, das Kates Leben retten könnte. Für die Fitzgeralds, speziell für Sara, gibt es keine Wahl: Sie tun alles, was notwendig ist, um Kate am Leben zu erhalten. Notwendig ist in diesem Fall Anna.
Kate (Sofia Vassilieva) und Anna (Abigail Breslin) sind sich noch näher als Schwestern üblicherweise: Obwohl Kate die Ältere ist, hängt ihr Leben völlig von Anna ab.
Trotz ihres jugendlichen Alters müssen die Schwestern etliche medizinische Verfahren und Krankenhausaufenthalte ertragen – das gehört inzwischen zum Alltag der Familie, die in jeder Lage fest zusammenhält. Die liebevolle Ehefrau und Mutter Sara (Cameron Diaz) hat ihre Laufbahn als Anwältin aufgegeben, um für ihre Tochter da zu sein – manchmal verzweifelt sie selbst an dem unbeirrbaren Engagement, mit dem sie sich für Kates Leben einsetzt. Ihr solider Ehemann Brian (Jason Patric) unterstützt sie in jeder Hinsicht, doch die Willensstärke seiner Frau verdammt sogar ihn zur Passivität. Und der gemeinsame Sohn Jesse (Evan Ellingson) fühlt sich vernachlässigt, weil Kate und Anna ständig im Mittelpunkt stehen.
Doch eines Tages sagt die inzwischen elfjährige Anna „nein“. Um ihre medizinische Unabhängigkeit durchzusetzen, beauftragt sie einen Anwalt (Alec Baldwin), der ihren Fall vor Gericht bringt. Die Familie ist gespalten – und Kates anfällige Gesundheit damit dem Schicksal preisgegeben.
Eine Erfahrung fürs Leben„Der Dreh von ‚Beim Leben meiner Schwester‘ gehört zu den erstaunlichsten und schönsten Erfahrungen meines Lebens“, verrät Cameron Diaz. „Der Film behandelt ein ernsthaftes Thema auf sehr ernste Weise, aber die Atmosphäre, die Nick für diesen Film schuf und die Art, wie er die Geschichte erzählt, entspricht überhaupt nicht den einschlägigen Erwartungen. Er vermeidet jede sentimentale Falle, drückt nie auf die Tränendrüsen. Vielmehr entsteht eine sehr vitale, intensive und unmittelbare Stimmung. Statt um den Tod geht es eigentlich um das Leben. Schon vor Drehbeginn versicherte er mir, dass wir am Set viel lachen würden.“
Die Romanvorlage von Jodi PicoultJodi Picoult gehört zu den erfolgreichsten Romanautorinnen der Welt – ihre Bestseller führten die Charts in den USA, Großbritannien, Australien und Südafrika an. Sie hat 16 Romane veröffentlicht, darunter die auf der Bestsellerliste der New York Times platzierten „My Sister’s Keeper“ (Beim Leben meiner Schwester), „Vanishing Acts“ (Die Wahrheit meines Vaters), „The Tenth Circle“, „Nineteen Minutes“ (19 Minuten) und „Change of Heart“, der mit einer Erstauflage von einer Million Exemplaren veröffentlicht wurde und elf Wochen auf der Bestsellerliste der New York Times verzeichnet war. Ihr jüngster Roman „Handle With Care“ schaffte es ebenfalls auf Anhieb auf Platz 1 dieser prestigeträchtigen Liste. Picoult kam auf Long Island/New York zur Welt. Sie studierte Kreatives Schreiben an der Princeton University in New Jersey. Schon als Studentin veröffentlichte sie zwei Kurzgeschichten im Magazin Seventeen. Nach dem Collegeabschluss arbeitete sie in etlichen Gelegenheitsjobs, bis sie dann an der Harvard University in Boston Pädagogik studierte.
HORST SCHLÄMMER – ISCH KANDIDIERE
AZM 19.08.2009
Grevenbroich, ein kleines Städtchen in Nordrhein-Westfalen. Bis dato ehr bekannt für den Abbau von Braunkohle, hat seit gut 3 Jahren einen Prominenten Einwohner: Horst Schlämmer, stellvertretender Chefredakteur beim Grevenbroicher Tagblatt. Doch der Vollblutjournalist hat seinen Job satt und sucht nach neuen Herausforderungen. Er beschließt, seine eigene Partei – die HSP – zu gründen und Bundeskanzler zu werden.
Um dieses Ziel zu erreichen, spannt Schlämmer viele wichtige Politiker und Promis des Landes ein: Beim „knallhart nachjefrachten“ Polit-Interview mit dem leicht irritierten NRW-Ministerpräsidenten Jürgen Rüttgers erkundigt sich Schlämmer, wie man überhaupt eine Partei gründet.
Rapper Bushido ist ihm zwar völlig unbekannt („Ist der Japaner?“), dennoch nimmt Horst Schlämmer mit ihm einen coolen HSP-Song auf, um die jungen Wähler zu überzeugen.
Mit Cem Özdemir, dem Bundesvorsitzenden von Bündnis 90/Die Grünen, lotet Schlämmer schon mal die Chancen einer künftigen Zusammenarbeit aus: Aus „grün“ und der HSP-Farbe „ocker“ könnte die „Fango“-Koalition entstehen ...Und sogar Angela Merkel, Ronald Pofalla und Ulla Schmidt spielen tragende Rollen.
Mit seinem schusseligen Praktikanten Ulle (Simon Gosejohann) und den Unterstützern aus seiner Grevenbroicher Stammkneipe „Wilddieb“ – Wirt Günni (Norbert Heisterkamp), Schützenkönigin Renate Hammelböck (Maren Kroymann), Gisela (Hape Kerkeling) – und Schlagerdiva Uschi Blum (Hape Kerkeling) gelingt Horst Schlämmer das Unmögliche: Sein Ziel („Isch will Ihr nächster Bundeskanzler werden!“) scheint zum Greifen nah ...
Interessant ist an der Kunstfigur vor allem, wie Horst Schlämmer in der realen Welt akzeptiert wird. Hape Kerkeling gerät vollkommen in Vergessenheit, denn Schlämmer lässt vergessen, dass es ihn im Grunde nicht gibt. Angeblich würden 18 Prozent der Deutsche Schlämmer und seine Partei im Herbst wählen. Kerkeling als Kerkeling hat zwar auch viele Sympathien bei der Bevölkerung, ihm trauen aber wesentlich weniger den Job zu.
COCO CHANEL
EFM 13.08.2009
Ein kleines Mädchen, das irgendwo im tiefsten Frankreich mit seiner Schwester in einem Waisenhaus lebt und jeden Sonntag vergeblich darauf wartet, vom Vater abgeholt zu werden.
Eine Varietésängerin mit schwacher Stimme, die vor einem Publikum aus
betrunkenen Soldaten singt.
Eine arme Näherin, die im Hinterzimmer einer Provinzschneiderei Säume
stichelt.
Eine junge, magere Nachwuchskurtisane, die bei ihrem Beschützer Etienne
Balsan Zuflucht findet, unter Kokotten und Lebemännern.
Eine Liebende, die weiß, dass sie niemals nur „einem Mann“ gehören wird
und sogar die Ehe mit Boy Capel verweigert, obwohl dieser sie wirklich
liebt.
Eine Rebellin, die an den Konventionen ihrer Zeit erstickt und die Kleidung
ihrer Liebhaber trägt.
Dies ist die Geschichte von Gabrielle Chanel, die ihr Leben als willens- starkes Waisenkind beginnt und sich auf außergewöhnliche Weise zur legendären Modeschöpferin entwickelt, zur Verkörperung der modernen Frau – und zum zeitlosen Symbol für Erfolg, Freiheit und Stil.
Die Produktion wurde vom Hause CHANEL unterstützt, das seine Archive öffnete und seine Kollektionen auslieh.
www.constantin-film.de
Maria, ihm schmeckt´s nicht!
EFM 05.08.2009
Jan (CHRISTIAN ULMEN) möchte die Deutsch-Italienerin Sara (MINA TANDER) heiraten. Ganz unspektakulär. Nur standesamtlich. Doch Jan hat die Rechnung ohne seinen zukünftigen Schwiegervater gemacht. Antonio Marcipane (LINO BANFI), der 1965 als Gastarbeiter nach Osnabrück kam und mit der Deutschen Ursula (MAREN KROYMANN) verheiratet ist, verlangt eine Hochzeit in Süditalien. Basta! Jan und die Marcipanes reisen nach Campobello, um die große Familienfeier mit der ganzen Sippschaft vorzubereiten. Konfrontiert mit südlichem Temperament, apulischer Küche, weichen Betten und harter Bürokratie, muss Jan sich schon bald fragen, ob Sara und ihre Familie wirklich die Richtigen für ihn sind ...
MITTE ENDE AUGUST
EFM 29.07.2009
Zwei Männer, zwei Frauen und ein einsam gelegenes Haus im Grünen: Frei nach Goethes 1809 erschienenem Roman „Wahlverwandtschaften„ begegnet uns in Sebastian Schippers stimmungsvollem Film ein Paar, dessen Liebe vor ihrer größten Herausforderung steht, als zwei unerwartete Gäste die Gefühlsidylle aufmischen. Frisch und auf moderne Art romantisch seziert Schipper eine scheinbar glückliche Beziehung und die daraus resultierenden Paar-Rituale.
Wie schon in seinen ersten beiden Filmen „Absolute Giganten„ und „Ein Freund von mir„ führte er nicht nur Regie, sondern schrieb auch das Drehbuch. Marie Bäumer („Die Fälscher„), Milan Peschel („Netto„, „Hände weg von Mississippi„), André Hennicke („Die Buddenbrooks„) und Anna Brüggemann („Lulu und Jimi„) verleihen den komplexen Gefühlen ihrer Figuren auf großartige Weise unverstelltes Leben. Die stimmungsvolle Musik stammt aus der Feder des amerikanischen Sängers und Songwriters Vic Chesnutt und wurde eigens für den Film komponiert. MITTE ENDE AUGUST ist eine Film1-Produktion in Co-Produktion mit dem NDR, in Zusammenarbeit mit Arte und in Co-Produktion mit Senator Film Produktion. Als einziger deutscher Spielfilm-Beitrag feierte der Film seine Welturaufführung im Forum der 59. Internationalen Filmfestspiele Berlin.
KLEINE TRICKS
Eine magische Sommergeschichte von Andrzej Jakimowski mit Damian Ul und Ewelina Walendziak
EFM 22.07.2009
Goldene Sommertage auf dem Land. Stefek, 7, beobachtet die Züge, die am Bahnhof vorbeirauschen. Er hofft, dass sein Vater zurückkommt, der sich vor Jahren aus dem Staub gemacht hat. Seine Schwester Elka wäscht das Geschirr in einer Kneipe und lernt nebenher Italienisch für einen besseren Job. Sie zeigt ihm, wie man das Schicksal mit Zinnsoldaten und Münzen besticht.
Ein Mann steigt aus. Sein Vater? Stefek erhöht den Einsatz und lässt nichts unversucht, um das Schicksal mit kleinen Tricks zu überlisten ...
copyright Warner Bros.
Harry Potter und der Halbblutprinz
EFM 15.07.2009
Warner Bros. Pictures präsentiert neue Heyday-Films-Produktion: Eine sechste Folge der „Harry Potter“-Kinoserie von Warner Bros. Pictures nach den beliebten Romanen von J.K. Rowling. Wieder spielen Daniel Radcliffe, Rupert Grint und Emma Watson ihre Rollen als junge Zauberer Harry Potter, Ron Weasley und Hermine Granger, die durch Lord Voldemorts Rückkehr mit neuen Problemen und Gefahren konfrontiert werden. Mit dabei sind auch bewährte „Harry Potter“-Darsteller wie Helena Bonham Carter als Bellatrix Lestrange; Robbie Coltrane als Rubeus Hagrid; Warwick Davis als Professor Filius Flitwick; Michael Gambon als Professor Albus Dumbledore; Alan Rickman als Professor Severus Snape; Maggie Smith als Professorin Minerva McGonagall; und Julie Walters als Molly Weasley. Etliche Jungstars spielen wieder ihre Rollen als Hogwarts-Schüler: Tom Felton als Harrys langjähriger Gegner Draco Malfoy; Evanna Lynch als Luna Lovegood; und Bonnie Wright als Ginny Weasley, die Jüngste aus dem Weasley-Clan. Zwei preisgekrönte Schauspieler treten erstmals in einem „Harry Potter“-Film auf: Oscar-Preisträger Jim Broadbent („Iris“, „Die Chroniken von Narnia – Der König von Narnia“) spielt den Zaubertränke-Professor Horace Slughorn.
Brüno - in jedem steckt ein Star
EFM 08.07.2009
Nach Borat kommt nun "Brüno", ein österreichischer Fashionjournalist. Teils Model, teils Celebrity-Reporter und homosexuell - macht sich auf, die Welt zu erobern. Auf seiner umfangreichen Promotiontour durch Europa ließ sich der britische Komiker Sacha Baron Cohen in allen möglichen und unmöglichen Verkleidungen fotografieren. Für Berlin präsentierte sich Sacha Baron Cohen mit leger herunterhängendem Stoffpenis. Hauptsache provokant und komisch. In den deutschen Kinos startet die Komödie am 09.07.
Achterbahn
AZM 01.07.2009
Norbert Witte hatte einen Traum: Er wollte aus dem Spreepark – einem Freizeitpark, der zu DDR-Zeiten unter dem Namen „Plänterwald“ berühmt geworden ist – den größten Rummelplatz des gerade wiedervereinigten Deutschlands machen. Stattdessen ging der König der Karusselle pleite und setzte sich mit seiner Familie und dem größten Teil seiner Gerätschaften im Jahre 2002 nach Peru ab. Er hinterließ der Stadt Berlin einen Riesenberg Schulden und ein großes Chaos.
Witte bringt den eigenen Sohn ins Gefängnis
Der Durchbruch, den er sich in Peru erhofft hatte, ließ jedoch auf sich warten. Witte mußte nach Berlin zurückkehren. Die Heimreise wollte er mit Kokainschmuggel finanzieren, zu dem ihn die Drogenmafia genötigt hatte. Die Sache erwies sich als Undercoveraktion der peruanischen Polizei und brachte seinen Sohn in Peru ins Gefängnis. Er selbst wurde in Berlin zu 7 Jahren Haft verurteilt, die er zum Teil als Freigänger absaß. Sein damals 20-jähriger Sohn Marcel, der mit der ganzen Sache wenig zu tun hatte, kam nicht so leicht davon. Er wurde zu 20 Jahren verurteilt, die er in einem der härtesten Gefängnisse der Welt absitzen muß – mit nur geringer Chance, da jemals lebend wieder herauszukommen.
Selbstsüchtiger Träumer oder visionärer Geschäftsmann
Die Geschichte der Familie Witte nimmt uns mit auf eine Achterbahnfahrt voller Höhen und Tiefen. Norbert Witte präsentiert sich zwar als charismatischer Showman mit unverwüstlichem Optimismus, der niemals seine Familie im Stich lassen würde und voller Zukunftspläne ist. Aber wie kommt er damit zurecht, das Leben seines Sohnes ruiniert zu haben?
Ist er ein selbstsüchtiger Träumer – oder ein visionärer Geschäftsmann, der immer wieder nur an unglücklichen Umständen scheitert?
„Achterbahn“ (IT »Catapult«) verfolgt die Tragödie der Familie Witte und ihren Kampf in Lima und Berlin um die Freilassung ihres Sohnes.
Regisseur Peter Dörfler zeichnet mit seinem Dokumentarfilm genau diese Bereitschaft nach, immer alles auf eine Karte zu setzen und wen nötig sein ganzes Leben und das seiner Familie von einem Tag auf den anderen umzuwerfen.
Das Ende des Spreeparks
Wer Ende der 90er Jahre in den Plänterwald kam, konnte durch den Zaun einen Blick auf die verlassenen Fahrgeschäfte des Spreeparks werfen. Auch nach Jahren standen die Gondeln der Wildwasserbahn regungslos, wie gerade erst abgestellt, dort. Besucher, die unerlaubterweise auf das Gelände geklettert waren, hatten den Eindruck, dass jeden Moment jemand auf den „Start-Knopf“ drückt und sich die Karussels wieder drehen werden. Eine seltsame Stille lag über dem Gelände. Heute ist nur noch das rostige Riesenrad übrig, welches die Baumwipfel überragt und auch aus der Ferne gut sichtbar ist. Ein Zeichen, dass die Geschichte von Norbert Witte und dem Spreepark noch nicht vorüber ist?
Julie Delpy ist „Die Gräfin“
AZM 24.06.2009
Sie war schön, sie war mächtig - und sie war eine der gefürchtesten Frauen ihrer Zeit: Erzebet Bathory (1560 - 1614). Julie Delpys historisches Drama DIE GRÄFIN erzählt die wahre und spannende Geschichte dieser außergewöhnlichen Frau, um die sich im Lauf der Jahrhunderte unzählige Legenden und Gerüchte rankten.
Sie opfert alles für die Liebe und andere für ihre Schönheit
Zu Beginn des 17. Jahrhunderts gilt Gräfin Erzebet Bathory (Julie Delpy) als mächtigste Frau in Europa - schön, intelligent und nicht bereit, zu akzeptieren, dass Männer in dieser Welt die Regeln nach Belieben manipulieren. Auf einem Fest lernt sie den weitaus jüngeren Istvan (Daniel Brühl) kennen. Leidenschaftlich verlieben sich die beiden ineinander. Doch ihr Glück ist nur von kurzer Dauer: Istvans Vater Graf Thurzo (William Hurt) zwingt seinen Sohn, den Kontakt zu Erzebet abzubrechen und beginnt ein intrigantes Spiel. Sein Plan geht auf: Erzebet vermutet eine Zurückweisung aufgrund des hohen Altersunterschiedes und erliegt, getrieben von Sehnsucht und Enttäuschung, der bizarren Idee, das Blut jungfräulicher Mädchen verhelfe ihr zu ewiger Jugend und Schönheit.
Immer mehr junge Frauen werden daraufhin auf ihr Schloss gebracht. Erzebets wahnhaftes Verhalten steigert sich zusehends. Sie setzt schließlich alles aufs Spiel - ihren Ruf, ihren Stand, ihr Leben - um für Istvan schön und attraktiv zu sein. Zu spät erkennt sie, dass sie das Opfer politischer Intrigen und Machtkämpfe wurde, an deren Spitze der Vater ihres Geliebten steht.
Porträt einer faszinierenden Figur
Für Julie Delpy ist Erzebet Bathory keinesfalls die "Blutgräfin" des langlebigen Mythos, sondern eine vielschichtige Figur zwischen Gut und Böse. Eindringlich, ja berührend zeichnet Delpy das Porträt dieser faszinierenden Person als moderne Frauenfigur in historischem Gewand. Es geht um zeitlose Themen wie Schönheitswahn und ewige Jugend, um Macht und Intrigen, um Liebe, Hass und Mord und um verbotene Leidenschaften.
Wie schon bei „2 Tage Paris“ übernahm Delpy neben der
Regiearbeit auch die Hauptrolle, den schwierigsten Part: Als Erzebet Bathory gelingt Julie Delpy ein großartiger Drahtseilakt - Täter und Opfer zugleich. Zudem zeichnet sie für das Drehbuch und die Musik verantwortlich. An ihrer Seite steht ein weiteres Mal der deutsche Schauspieler Daniel Brühl.
Kinostart am Donnerstag:
ALLE ANDEREN mit Birgit Minichmayr
AZM 17.06.2009
ALLE ANDEREN erzählt die Geschichte von Gitti und Chris, einem ungleichen Paar, das sich am viel zitierten A.... der Welt in trauter Zweisamkeit durch einen Urlaub kämpft. Dabei lernt der Zuschauer zwei ganz private Menschen kennen: Geheime Rituale, Albernheiten, unerfüllte Wünsche und Machtkämpfe werden deutlich. Ausgelöst durch ein scheinbar
unwichtiges Ereignis - die Begegnung mit einem anderen Paar - gerät die Beziehung ins Wanken. Die Anderen sind nicht nur erfolgreicher, sondern verstehen es zudem eine konventionelle Mann-Frau Rollenverteilung hinter einer modernen Fassade zu verstecken. Chris beginnt sich an den Anderen zu orientieren und versucht seiner eigensinnigen Freundin ihre Grenzen zu zeigen, wodurch Gittis Vertrauen in ihren Freund zutiefst erschüttert wird. Ihr Versuch, sich seinem neuen Wunschbild anzupassen, entwickelt sich vom Spiel mit einer neuen Rolle zu einem stillen Kampf gegen sich selbst. Während Chris in der Rolle des Stärkeren aufblüht und sich Gitti auf neue Weise öffnet, droht sie sich zu verlieren.
Auf der Suche nach der eigenen Identität
Mit subtilem Humor und grausamer Genauigkeit erzählt Regisseurin Maren Ade mit ALLE ANDEREN von den widersprüchlichen Sehnsüchten eines Paares auf der Suche nach seiner Identität. Die Angst der Protagonisten vor Verantwortung und wahren Gefühlen spiegelt die emotionale Orientierungslosigkeit einer ganzen Generation wieder. Diese intime Liebesgeschichte, die in die Tiefen einer Beziehung eintaucht verlässt sich dabei ganz auf das feine, berührende Spiel ihrer Darsteller.
Im Wettbewerbsprogramm der 59. Internationalen Filmfestspiele im Februar in Berlin, feierte ALLE ANDEREN Premiere. Hauptdarstellerin Birgit Minichmayr wurde abschließend mit dem Silbernen Bären für die Rolle der Gitti geehrt.
Der entsorgte Vater
AZM 10.06.2009
Mit „Der entsorgte Vater“ widmet sich Douglas Wolfsperger einem gesellschaftlichen Phänomen, das in der öffentlichen Wahrnehmung kaum vorkommt: Männer, die nach einer Trennung von ihren Frauen nicht nur als Partner, sondern auch als Vater „entsorgt“ werden und die - oft vergeblich - um die Beziehung zu ihren Kindern kämpfen. Vier Väter schildern in berührenden Interviews ihr Leid und ihre Bemühungen.
Eine Mutter begründet die Umgangsverweigerung aus ihrer Sicht.
Gericht ordnet Abschied vom Kind an
Vater sein und doch nicht fürs eigene Kind sorgen dürfen: Der Regisseur und Produzent Douglas Wolfsperger durchlebt dies seit vielen Jahren. Der Kontakt zur eigenen Tochter wird ihm verwehrt. Anstatt sich rechtzeitig um eine Einigung zwischen den Parteien zum Wohle des Kindes zu bemühen, ordnet das Gericht schlussendlich an, dass sich der Vater von der Tochter verabschieden solle. Und zwar endgültig. Er macht sich auf die letzte Reise zu seiner Tochter.
Der Regisseur trifft auf dieser Reise vier Väter, die sein Schicksal teilen: Sie können ihre eigenen Kinder nicht sehen, weil die ehemaligen Lebensgefährtinnen den Umgang von Vater und Kind über Jahre hinweg unterbinden. Wütend, enttäuscht, traurig, manchmal auch naiv erzählen sie von den Konsequenzen gescheiterter Beziehungen. Als Gegenpol begründet eine Mutter, warum sie den Kontakt ihres Kindes zum Vater ablehnt.
Auf kurzweilige und unterhaltsame Weise entsteht „nebenbei“ auch ein Stimmungsbild von deutschen Befindlichkeiten und vom Zustand unserer Gesellschaft.
Meine schöne Nachbarin – Rührselige Vater-Sohn-Geschichte
AZM 04.06.2009
Hamburg (dpa) - Noch ein Wiedersehen nach langer Trennung und wieder ein „Tatort“-Kommissar in einer Filmrolle: Jörg Schüttauf, Frankfurter Fernsehermittler, spielt den in Afrika lebenden Michael, der vor 20 Jahren seinen Vater (Joachim Bißmeier), einen ehemaligen Kripobeamten, im Streit verließ.
Nun kehrt er zurück nach Berlin, denn der Vater liegt im Sterben. Der pragmatische und anfangs emotionslos erscheinende Sohn sucht nach einem Sterbehospiz für ihn. Aber statt der Todkranken dort einfach alleine zu lassen, bleibt er und stellt sich seiner Vergangenheit: Was der sterbende Vater nicht weiß: Michael ist Kopf einer kriminellen Bande. Neben einer Vater- Sohn Geschichte erzählt Regisseur Peter Kahane («Rote Zora») noch eine Liebesgeschichte, die von Michael zu einer attraktiven Nachbarin (Isabella Parkinson), die ihm in dieser Konfrontation zwischen Gestern und Heute Halt gibt.
(Meine schöne Nachbarin, Deutschland 2007, 90 Min., FSK o.A., von Peter Kahane, mit Jörg Schüttauf, Isabella Parkinson, Joachim Bißmeier)
Kinostart am Donnerstag:
fucking different Tel Aviv
AZM 27.05.2009
Mit „Fucking different Tel Aviv“, kommt ein weiterer Film ins Kino, der auf der diesjährigen Berlinale (Panorama) erfolgreich gezeigt wurde. Der dritte Teil der konzeptionellen Serie “fucking different” (der erste Teil wurde in Berlin gedreht, der zweite in New York) ist eine Sammlung von Kurzgeschichten, mit dem Ziel eine Kreuzung unterschiedlicher Ansichten queerer Sexualität im heutigen Tel Aviv aus der Sicht von zwölf schwulen und lesbischen Filmemachern anzubieten. Das könnte leicht zu einer einzigen Aneinanderreihung von Klischees, Vorurteilen und stereotypen Beschreibungen führen, doch die Produktionen der Filmemacher vermeiden diese Gefahr von Anfang an. Getreu dem Motto des ursprünglichen Berliner Projekts orientiert sich “fucking different Tel Aviv” zwar an bestehenden Klischees von Männlichkeit und Weiblichkeit, mit der Absicht sie zu unterlaufen, durch Offenlegung, durch Überprüfung oder ganz einfach durch Wiedererkennung. Geistreich, schlau und ausgesprochen sexy, bieten die Filme dieser Kompilation außergewöhnliche Eindrücke von der weiblichen und männlichen Sexualität und Erotik.
Die Perspektive wechseln
Wie auch in den vorangegangenen Kompilationen, wurden lesbische Regisseurinnen gebeten Kurzfilme zu entwickeln, um ihre Vorstellungen von schwuler männlicher Sexualität und Erotik darzustellen und im Gegenzug dazu beschrieben schwule Filmemacher ihre Vorstellungen von Liebe und Sex zwischen Frauen. Den Regisseuren war die Auswahl des Genres freigestellt. Die einzigen Vorgaben waren die Laufzeit der Filme – drei bis sieben Minuten – und das endgültige Format: Mini-DV. Mit einer allumfassenden Betonung der Geschichte und Darsteller, Handlung und Atmosphäre zeigt die Sammlung eine ausgewogenes Medley aus fiktionellen, dokumentarischen und experimentellen Filmen und enthüllt dabei die Schlüsselrolle die Politik und Religion in der schwulen und lesbischen Sexualität in diesem Teil der Welt einnehmen.
Eine bemerkenswerte Anzahl von Transgender-Künstlern und Drag Queens ist hier zu erleben, nicht nur eine Herausforderung für einige der Charaktere, sondern auch für das Publikum und sein Bild von Geschlechterrollen. Diese Kurzfilm-Sammlung führt nicht zuletzt dazu, sich zu entspannen und das herkömmliche Konzepte von “männlich” und “weiblich” erneut zu durchdenken.
Der Film läuft unter anderem im Movimento am Kottbusser Damm 22 in Berlin. Weitere Informationen zum Film erhalten Sie unter http://www.fucking-different-ta.de/
Die Schimmelreiter
Ein Film von Lars Jessen und Ingo Haeb
AZM 20.05.2009
Ansonsten ein munterer Spaßvogel, gibt es für Fuchs (Peter Jordan) hinsichtlich Sauberkeit und Ordnung in Gaststätten nichts zu lachen. Jedenfalls nicht für die, die gegen die amtlichen Hygienebestimmungen verstoßen. Als Lebensmittelkontrolleur aus Leidenschaft, nimmt er die Asia-Lokale, Hähnchengrills und Imbissbuden in seiner Heimat Dithmarschen auseinander. Insgeheim jedoch träumt er von Höherem: Hamburg mit seinen vielen Kneipen und Restaurants ist genau „der Competition“, den sein Ehrgeiz braucht. Um den Chef der dortigen Lebensmittelkontrollbrigade für sich einzunehmen, nimmt er dessen gestrandeten Bruder Tilmann (Axel Prahl) bei sich auf.
Ekelpaket und Ekelrestaurants
Dieser abgebrannte Weltenbummler ist frustriert, zynisch, unflätig. Er frönt dem Alkohol, raucht ohne Ende und versucht mit rabiaten Mitteln, seine leeren Taschen zu füllen – kurz gesagt, er ist ein richtiges Ekelpaket. Als Fuchs sich auf seine – vermeintlich - letzte Dienstreise durch Dithmarschen macht, besteht sein Gast darauf, ihn zu begleiten. Doch Tilmann beschränkt sich nicht auf die Rolle des stillen Weggefährten. Er mischt sich in die Kontrollen ein, verschärft den Ton und reißt schnell das Verfahren an sich. Das geht soweit, dass er saftige Geldstrafen verhängt und die an Ort und Stelle kassierte Kohle ganz offen in die eigene Tasche steckt. Was Fuchs als unspektakuläre Routinefahrt geplant hatte, entwickelt sich für den aufrechten Saubermann aufgrund der peinlichen Anmaßungen des vorlauten Misanthropen zum apokalyptischen Ritt in die gastronomischen Abgründe zwischen Elbe und Nord-Ostsee-Kanal. Aus der amüsanten Dienstreise durch die karge Schönheit des schier endlos flachen Nordens wird nach und nach ein hintergründig-witziges Roadmovie – auch und gerade weil einem aufgrund des knochentrockenen Humors nicht nur einmal das Lachen im Halse stecken bleibt.
In Berlin
AZM 13.05.2009
Andere Ideen zu haben ist nichts Böses
Der Kameramann Michael Ballhaus wurde 1935 in Berlin geboren. Nach einer Ausbildung als Fotograf, entdeckt er seine Leidenschaft für bewegte Bilder. Mit Rainer Werner Fassbinder dreht er 16 Filme. Mitte der 80er Jahre geht er nach Amerika und wird der bevorzugte Kameramann von Martin Scorsese. Am 14. Mai kommt nun sein Film „In Berlin“ bei dem er auch Regie geführt hat ins Kino. Vorab hat Michael Ballhaus der Berliner Morgenpost ein ausführliches Interview gegeben, indem er nicht nur über seinen Film gesprochen hat. Die interessantesten Statements fasst Blick-Punkt online für Sie zusammen.
Warum „In Berlin“?
Berlin ist keine schöne Stadt, Berlin wirkt mit Kontrasten. Für Ballhaus sind Städte wir London, Paris oder Rom schöner. Aber er mag den Wannsee mit seinen Häusern direkt am Wasser.
Der Film „In Berlin“ ist entstanden aus der Idee, einen Film unter dem Titel „Mein Berlin“ für den RBB zu machen. Nach eigenen Angaben stellte Ballhaus allerdings schnell fest, dass sein Berlin eigentlich langweilig ist. Da wären nur ältere Leute vorgekommen. Seine Frau sei es gewesen, die die Zusammenarbeit mit dem viel jüngeren Regisseur Ciro Cappellari anregte. Mit unterschiedliche Erfahrungen mit Berlin und dem Mut im Gepäck Berlin neu kennen zu lernen, führten sie Gespräche mit Angela Winkler, Frank-Walter Steinmeier, Dimitri Hegemann, Maybrit Illner und Joachim Sartorius. Alles Menschen, die sich bewusst entschlossen haben, in Berlin zu leben. Die wenigsten stammen aus der Stadt, denn wer hier geboren ist, nimmt vieles für selbstverständlich.
Ballhaus-Kreisel und Kompetenzgerangel
Die 360-Grad-Kamerafahrt, der Ballhaus-Kreisel, ist ein Element, dass er zu Fassbinder-Zeiten erfunden hat und welches auch in Amerika sein Markenzeichen wurde. Den Unterschied zwischen einem Kameramann im deutschen Film und dem Director of Photography, wie es in Amerika heißt, kann man laut Ballhaus an seinen Kompetenzen festmachen. In Amerika muss der Regisseur nicht sagen, wo die Kamera stehen soll. In vielen Fällen hat der Kameramann den Freiraum, die Szenen nach seinen Vorstellungen zu gestalten. Allerdings arbeite man dort auch manchmal achtzehn Stunden am Tag. Mit siebzig Jahren und nach fast hundert gedrehten Filmen beschloss er daher nach Deutschland zurückzukehren. Aus der Zusammenarbeit mit den unterschiedlichsten Regisseuren und Charakteren hat er gelernt „offen und flexibel zu sein, zu begreifen, dass es viele Wahrheiten gibt, dass man sich auf die Menschen einstellen muss und auch kann. Andere Ideen zu haben ist nichts Böses.“
IN BERLIN
Länge: 96 min.
Genre: Dokumentation
Drehort: Berlin
Produktionsjahr: 2008
Regie/Drehbuch/Kamera: Michael Ballhaus, Ciro Cappellari
Produktion: cine plus, Jörg Schulze, Arndt Potdevin
Koproduktion: Rundfunk Berlin Brandenburg (rbb), arte
Phantomschmerz
AZM 06.05.2009
Marc (Til Schweiger), passionierter Rennradfahrer, Frauenheld und Geschichtenerzähler, lebt in den Tag hinein. Standhaft weigert er sich, Verantwortung zu übernehmen – auch nicht für seine Tochter (Luna Schweiger). Selbst als er bei einem Verkehrsunfall sein linkes Bein verliert, lässt sich der unerschütterliche Optimist Marc nicht unterkriegen – wären da nicht diese entsetzlichen Phantomschmerzen und seine Liebe zu Nika (Jana Pallaske), die ihn dazu zwingen will, sich endlich mit seinem Leben und seiner Vergangenheit auseinanderzusetzen.
Über sein Spielfilmregiedebüt „Phantomschmerz“ sagt Matthias Emcke: „Phantomschmerz ist die Geschichte eines charmanten Nichtsnutz, der im Grunde alle Anlagen hat, etwas Besonderes aus seinem Leben zu machen – den aber die unterschiedlichsten Dämonen davon abhalten. Nach einem tragischen Unfall, bei dem er sein Bein verliert, gibt es
nur zwei Alternativen: sich zu wandeln oder endgültig abzustürzen. Das klingt zwar erst mal banal – aber gerade das ist für mich die Herausforderung gewesen.“
Foto: christinastuermer.de
Christina Stürmer unterstützt von Herbstrock
AZM 01.05.2009
Die österreichische Pop-Rock-Prinzessin Christina Stürmer war „In dieser Stadt“ und rund 500 Menschen folgten ihr in die Columbiahalle. Als Anheizer diente die Band Herbstrock, die mit einem Deutsch-Rock-Programm die Menge vorab zum Klatschen brachte.
Christina Stürmer präsentierte mit ihrer Band anschließend Songs von ihrem neuen Album und ältere Stücke, schnelle und langsame Titel. Eine sportliche Leistung, denn über 90 Minuten springen und singen gleichzeitig schafft nicht jeder. Eine starke Frau mit einer klaren Linie und Spaß an dem was sie dort macht.
Sie singt ihre Geschichten von diversen Ex-Freunden, dem Leben an sich und natürlich ganz viel Herzschmerz. Aber es wirkt authentisch, denn sie beschreibt Situationen und Gefühle die jeder kennt.
Dennoch, in den Applaus-Pausen zwischen den Titel konnte man den Eindruck gewinnen, dort oben auf der Bühne steht ein zierliches, zerbrechlich wirkendes und schüchternes Mädchen, das sich tierisch über den Jubel der Fans freut. Und den bekam sie an diesem Abend reichlich.
Ob ihr wollt oder nicht
AZM 29.04.2009
- Eine ganz normale außergewöhnliche Familiengeschichte
Laura, Ende 20 und die jüngste von vier Schwestern, hat Krebs. Als sie plötzlich die Chemo abbricht und unangekündigt in ihr Elternhaus zurückkehrt, passt ihrer Mutter das gar nicht in den Kram. Und ihren drei höchst unterschiedlichen Schwestern erst recht nicht. Doch nach anfänglichen Widerständen eilen sie aus allen Teilen der Republik herbei. Ihr Ziel: Laura zur Wiederaufnahme der Behandlung zu bewegen - und dann schnell wieder weg, haben sie sich doch eigentlich überhaupt nichts zu sagen. Doch Lauras Ziel ist ein ganz anderes: Ihre schräge und zerrüttete Familie wieder zusammenzubringen…
Regisseur Ben Verbong („Das Sams", „Herr Bello") inszenierte die bittersüße, zutiefst bewegende Geschichte um Streit und Versöhnung, Entfremdung und Annäherung, Sprachlosigkeit und die Suche nach Harmonie.
Dorfpunks
AZM 23.04.2009
Zwischen Kühen und Ostsee im kleinen Schmalenstedt in Schleswig-Holstein hängen die Punks vom Land gemeinsamen ab. Unter ihnen Malte Ahrens, der sich nun Roddy Dangerblood nennt nachdem der „Punk“ mit einiger Verspätung auch in Schmalenstedt Einzug erhalten hat. Vor lauter Ereignislosigkeit entsteht plötzlich die Idee, von der alle begeistert sind: „Wir gründen eine Band!“. Gitarre, Schlagzeug, Bass und Gesang, der Rest drum herum: Die Stimmung ist prächtig, und die Euphorie über den nach langem Suchen gefundenen Bandnamen „Warhead“ kennt keine Grenzen. Die Proben allerdings gestalten sich schwieriger als gedacht, der Bandname wechselt beinahe täglich und das erste Konzert wird zum desaströsen Meilenstein der Schmalenstedter Punk-Geschichte. Schlimmer geht’s allerdings immer, was spätestens das zweite Konzert beweist. Und wieder stellt sich die Frage: „Ist das Punk?“
Regisseur Lars Jessen verfilmte Rocko Schamonis Kultroman über eine Jugend in den 80er Jahren, die vom Punk und der ländlichen Umgebung geprägt ist. Bilder und Sprache lassen den Zuschauer in nostalgischen Erinnerungen schwelgen. Die jungen Schauspieler wirken authentisch und der Soundtrack großartig.
















